Kleines elektronisches Festival im Club From Hell in Erfurt Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Mittwoch, den 01. November 2017 um 14:12 Uhr

Wenn Leæther Strip, Root4 und Massiv in Mensch auf der Agenda stehen kann man schon mal ein kleines Fest der elektronischen Musik erwarten. Und es war ein Fest. Leider haben sich viele Erfurter und Gäste aus nah und fern diese Gelegenheit entgehen lassen. So traf sich eine kleine bunte und begeisterte Zuhörerschaft am 14. Oktober im angesagten Club in der Flughafenstraße. Wer gekommen war, der wurde nicht enttäuscht. Alle drei Bands zeigten, dass sie das Wort Electro ganz unterschiedlich interpretieren.

 

 

 

Massiv in Mensch auf 100% Offshore Kurs

Die Herren aus dem hohen Norden haben sich gerade mit einem neuen Album zurückgemeldet. "Port der guten Hoffnung" ist es übertitelt und beschreibt so manches Ereignis aus Themen mit Wasser und Meer. Nicht ganz unbegründet trägt es den Namen Port, meinen doch die Musiker um Daniel Logemann die Diskussion und den Streit um den Jade-Weser-Hafen in Wilhelmshafen. Doch, so die Band im Titelsong, gibt es noch Hoffnung für das Jade-Weser-Land. Das Thema Offshore Electro zieht sich quer durch das Album und immer wieder kommt man mit Wasserthemen in Berührung. Mag es sein, wenn der Seewolf aufersteht oder wenn die Costa Corcordia untergeht, das ganze Thema ist halt vielschichtig. Und wer es noch nicht wusste: Türkis ist das neue Schwarz. Man erkennt die Bandleute an diesen beiden Farben und darauf sind sie echt stolz. In Erfurt präsentierten sie natürlich das aktuelle Album und weitere Songs aus der ziemlich langen Bandgeschichte. Die Mischung machts, könnte man sagen. Der Sound reicht von Computermusik, à la  Comodore Amiga bis zu harten Imdustrial-Klängen. Derzeit belegt ihr Album Platz 5 in den German Elektronic Web Charts (KW44). Leider macht es nur halb so viel Spaß, wenn der Saal recht leer ist. Doch für alle war es ein echtes Erlebnis, die Band kennenzulernen.

Root4 gingen auf Electronic Transformers Tour 2017

Für Christian und Hauke war der Herbst eine vielbeschäftigte Zeit. Mit Decoded Feedback tourten die beiden Rheinländer durch die deutschen Lande. Im Gepäck ein neues Album. "Walk my Way" ist Root 4 echt gelungen. Der Sound ist frisch und kann mitreißen. Ein wohl verdienter Dank ist Platz 2 in den German Electronic Web Charts (KW41). Und so stehen natürlich Songs dieser Veröffentlichung im Mittelpunkt des Konzertes. Hauke gelingt es gut, die Besucher näher zur Bühne zu bewegen. Es sollte sich bewahrheiten. Sogleich wurde es lebhafter im Saal. So entwickelte sich das Konzert von Root4 zu einem echten Höhepunkt an diesem Abend. Nicht nur bei Eisbär wurde fleißig mitgeklatscht und gefeiert. Root4 bewiesen, hier steckt Potential. Wenn die beiden am Ball bleiben, könnten sie bald zu den Großen am dunklen elektronischen Firmament werden.

Leæther Strip – Ein Headliner zum Anfassen

Claus Larsen kommt aus Dänemark. Es gehört zu den ganz Großen der Dark Elekro Szene. Bands wie Leæther Strip, Am Tierpark und Klutæ – das sind die Ideen von Claus Larsen. „Dass ich einmal andere Bands beeinflusse, hätte ich nie gedacht. Im Prinzip ist mein Status größer als es allgemein gesehen wird. Ich lebe halt abseits in Dänemark. Andere Gruppen sind näher an der Szene dran.“, beschreibt er den Einfluss auf die Szene. Doch es ist echt so, sein Stil hat Bands, wie Wumpcut, Decoded Feedback oder Suicede Commando direkt beeinflusst.

In Erfurt haben viele die Chance verpasst, solch einen Künstler einmal aus der Nähe kennenzulernen Er selbst stand am Merchstand und war gern bereit mit den Besuchern über sich und seine Musik zu plaudern. Selbstverständlich schaute er gern den anderen Bands während ihrer Show zu. Gemeinsam mit Kurt Grünewald Hansen, dem Ehemann Larsens als Live-Keyboarder, standen Leæther Strip im Erfurter Club auf der Bühne. Auf dem Programm stand das, was man von Leæther Strip hören wollte, ein Querschnitt durch die ungezählten Alben, Remixe und Werke des Dänen. Die Resonanz auf seine Musik war fantastisch. Der inzwischen recht gut gefällte Konzertsaal im Club bot reichlich Gelegenheit, sich der Musik von Leæther Strip so richtig hinzugeben. Es wird getanzt und es wird mitgesungen. Die Songs sind bekannt. Selbst wenn die Namen nicht geläufig sind, man kennt die Titel aus den Clubs oder von dunklen Radiostationen. Hier sei nur Japanese Bodies genannt, der euphorisch gefeiert wurde. So ist und bleibt der Abend in dem angesagten Club unvergesslich. Allen nicht Gekommenen kann man nur entgegnen: Ihr habt etwas verpasst!


Im Club From Hell sprachen wir mit Daniel Logemann und Muck Kemmereit von Massiv in Mensch

Teil1:

Teil2

 

Bereits zum Berliner Gothic Treffen 2017 sprachen wir mit Hauke und Christian von Root4

Root4

Teil1:

Teil2

 

Ausführliche Bildergalerie: 

Weitere Informationen:

Homepage Massiv in Mensch:   http://www.abrauchen.de/
Facebook Massiv in Mensch:   https://www.facebook.com/massivinmensch

Homepage Root4:      https://www.root4.de/
Facebook Root4:      https://www.facebook.com/ROOT4.official

Homepage Leæther Strip:      http://www.leaether-strip.com/
Facebook Leæther Strip:      https://www.facebook.com/LeaetherStrip/