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Harpyie – Blindflug (2018 re-recorded) Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Donnerstag, den 25. Januar 2018 um 10:05 Uhr

Label: Metalville
Genre: Mittelalter/Folkmetal
Erscheint: 26. Januar 2018

Es war im Jahre 2012 und es war das Debütalbum einer Band, die vielversprechend zu dieser Zeit in die Mittelalterrockszene und in die Welt des Folk Metals hineinpreschte. Jetzt etwa sechs Jahre danach heißt es wieder Blindflug aus dem Hause Harpyie, diesmal jedoch ganz bewusst und mit viel Selbstvertrauen. Die Band um Frontmann Aello hat tatsächlich die Songs ihres Debütalbums hergenommen, komplett neu arrangiert, textlich überarbeitet und neu aufgenommen.

Herausgekommen ist ein Blindflug von 2018 mit einer Band Harpyie, die sich fünf Jahre auf den kleinen und großen Bühnen beweisen konnte und inzwischen einen eigenen Stil und Ausdruck gefunden hat. Zudem kommt das Album mit einem interessanten Bonus daher, der einige Lieder der letzten Alben in neuen Varianten und mit Gastmusikern enthält. Kurz gesagt, das alles klingt sehr interessant und ist einen neugierigen Blick und ein Hineinhören schon einmal wert.


Ein erster Blick auf die CD1 - Die Songs aus 2012 wiederentdeckt

Das Album startet mit einem Intro. In "Gen Siebenbyrgen" wird erzählt. Eine tiefe Stimme wird von Orchester untermalt und führt ein in eine mystische Welt, die auf den Hörer in den nächsten Minuten zukommen wird. Die Sturmvögel (Harpyien) nehmen auf ihren Flug die Geschichten mit und lassen sie unsterblich werden.
Mit dem nötigen Drive holen Harpyie gleich mit "Hundertdreyssig" den Hörer aus der mystischen Lethargie und erzählen vom Rattenfänger von Hameln. "Für jeden Rattenschwanz nehm' ich ein Kind, so droht ihnen der Unratvertilger. Harte Metal Riffs und Geigenklänge werden von anderen Instrumenten aufgenommen. Herausgekommen ist ein mitreißender Opener, der noch viel mehr verspricht. Mit der nächsten Geschichte tauchen wir 20000 Meilen unter das Meer. Unter dem Namen "Nemo" gibt es einen Song, der auf dem Debütalbum noch "Niemand Meer" hieß und das Ende der Nautilus beschreibt. Am Ende kommt mit den leisen U-Boot Signalen eine Melancholie in Richtung "Das Boot" in den Sinn. Ganz anders geht es danach mit "Die tanzende Schlange" weiter. Ausgelassene Stimmung wird verbreitet, Tavernenstimmung könnte man sagen oder auch mittelalterliche Ausgelassenheit. Geigenklänge mischen sich mit harten Riffs. Bei dem nicht ganz zweideutigen Text lässt sich ein leichtes Schmunzeln nicht verhehlen. Die eingängige Mitsingnummer "Blindflug" ist gut gemachter Mittelalterrock.

Zum Titelsong Blindflug gibt es einen offiziellen Videoclip:

Im zweiten Teil der Scheibe sind Gastsänger am Start

Das lässt sich getrost auch für die beiden folgenden Songs "Lunas Traum" und "Hexe und Halunken" sagen. Letzterer kommt als ein mitreißender Mittelalterrocksong rüber. Da scheinen die Füße nur schwer still zu stehen und wollen einfach tanzen. Daher wird das live auf den Konzertbühnen sicher ein richtiger Publikumshit werden. "Legenden" beginnt mit zarter Akustikgitarre und leitet damit eine Ballade ein. Es ist ein Lied von Liebe und Krieg, ein Lied über die Seefahrer im Meer des Vergessens, Harpyien im Sturm eurer Träume. Die Stimme von Aello ist druckvoll und reißt einfach mit. Dann wird es orchestral, ein Meer aus Strings und Chor auf dem die Stimme bis zum Ende des Songs schier zu schweben scheint. Geige und Doublebass Klänge bestimmen "König und Bettler", den vorletzten Song auf CD1. Hier steht Mechthild Hexengeige am Mikrofon und begleitet sich selbst auf ihrer "Hexengeige". Eine Mär aus vergangener Zeit, die aufzeigt, wie das Jenseits für den Reichen und den Armen aussehen mag. "Irrlichter" leuchten in die Nacht und in die Herzen der Zuhörer. Die Ballade ist ein Song von Harpyie, Krins, Johanna Sophie & Bannkreis. Zarte Geigenklänge und breiter Sound werden getragen von emotionalen Stimmen. Der Song verbreitet Melancholie und Romantik sogleich. Ein gelungener Abschluss für ein durchweg hörenswertes Album.

Überaschungen als Zugabe

Doch den Hörer erwartet noch ein Bonus. Auf CD2 sind noch sechs Songs und Remixe vertreten. "Die glorreichen Sieben" ist ein bisher unveröffentlichter Song, der Bands der Mittelalterrockszene ein Denkmal setzt. Gemeint sind Krayenzeit, Feuerschwanz, Tanzwut, Nachtgeschrei, Vogelfrey, Metusa und selbstverständlich Harpyie.
Gemeinsam haben Harpyie, Feuerschwanz,Tanzwut, Nachtgeschrei & Vogelfrey diesen Song aufgenommen und wer genau hinhört wird die Frontleute natürlich erkennen. "Einer für alle und alle für einen", heißt es dabei. Weiterhin erwarten die Zuhörer Songs aus dem Album "Anima (2017)" (Löwenherz, Schöne neue Welt) und von "Freakshow (2015)" (Elisa, Zweigesicht, Karneval der Kreaturen) in komplett neuen Interpretationen. Es gibt akustische Klänge oder tiefe Growls von Sänger Robert Dahn der Folk Metal Band EQUILIBRIUM). Soulbound mixen das Zweigesicht mal kurzerhand in Englisch und interpretieren Twoface in ihrem eigenen Bandstil. Schließlich werden die Kreaturen von 2015 inmitten eines Orchesters interpretiert, eine wahrlich gelungene Adaption eines Harpyien Songs.

Fazit:

Zusammenfassend zeigt die Wiederauflage eines Debütalbums, dass die Zeit an den Songs gearbeitet hat und sie jetzt neu zum Leben erweckt wurden. Harpyie sind erwachsen geworden. Sie sehen die Songs heute neu, im neuen Sound und in einer neuen Interpretation. Das soll nicht heißen, dass die "Bildflug 2012" schlecht war. Nein, heute schaut man eben mit anderen Augen auf die damals schon fantastischen Kompositionen.


Trackliste:
Disk: 1

01 Gen Siebenbyrgen
02 Hundertdreyssig
03 Nemo
04 Die tanzende Schlange
05 Blindflug
06 Lunas Traum
07 Hexe & Halunken
08 Legenden
09 König und Bettler
10 Irrlichter (Harpyie, Krins, Johanna Sophie & Bannkreis)

Disk: 2 (Bonus)
01 Die Glorreichen Sieben (Harpyie, Feuerschwanz,Tanzwut, Nachtgeschrei & Vogelfrey)
02 Löwenherz (Akustik Version)
03 Elisa (Subway To Sally Remix) (Harpyie, Michael Simon)
04 Twoface (Soulbound Remix)
05 Karneval der Kreaturen (Orchestral Remix)
06 Schöne neue Welt (Harpyie feat. Robert Dahn / Equilibrium)

Band:
Gesang – Aello die Windböe
Geige, Gesang – Mechthild Hexengeige
Gitarre – Podargo der Schnellfliegende
Bass – Jean
Schlagzeug –Kayran der Geflügelte

Weitere Infos:
Homepage : http://www.harpyien.de/
Facebook: https://www.facebook.com/harpyien/

Termine:
"Gut zu Vögeln" Doppel-Headliner-Tour mit Krayenzeit
19.01.18 Das Bett – Frankfurt a.M.
20.01.18 Cotton Club – Kaiserslautern
26.01.18 LCB – Wuppertal
27.01.18 Logo – Hamburg
01.02.18 Nuke Club – Berlin
02.02.18 Hellraiser – Leipzig
03.02.18 LUX – Hannover

Bei Rezianer:
Infos zum 25. WGT 2016 mit Harpyie
Radiointerview mit Harpyie 2016 bei "Die Welt der dunklen Musik:

Vielen Dank an Harpyie für die Bereitstellung des Rezensionsmaterial.