Was ist eigentlich "Gothic"? - Boris Abramov im Interview Drucken E-Mail
Geschrieben von: Charly Groß   
Dienstag, den 12. Juli 2011 um 13:46 Uhr

Boris Abramov"Goths On The Move" ist sein erstes Projekt dieser Art: Boris Abramov auf der Suche nach dem Sinn des Wortes "Gothic". Die Rezianer sprachen mit dem Regisseur über seinen Film und aktuelle Vorhaben. 

Hallo, Boris Abramov! In unserem Interview geht es um das Projekt "Goths On The Move": Was war der Grund für diesen Film? Gab es einen bestimmten Anlass?


Angefangen hatte alles mit einem Vorhaben mit Cleopatra Records, in dem es um Gotik ging. Danach wollte ich mit dem Projekt weitermachen und sprach darüber mit einem Freund von mir, Adriaan Bison. Er schlug mir vor, dem Projekt einen weiteren Baustein hinzuzufügen. Als Co-Produzent stellte er den Kontakt zur niederländischen Organisation ThuisKopie Fonds her, die uns bei diesem Film unterstützte.

Wie lange dauerte es, den Film zu produzieren?

Im Großen und Ganzen waren es ein paar Monate.

Von Deutschland nach Amsterdam, von Japan in die USA: Wir können viele Orte in dem Film sehen. Hast du sie alle selbst bereist?

Ja, in der Tat. Wie man sehen kann, bin ich in den meisten Szenen dabei. Das war auch meine  Absicht. Ich wollte dem Dokumentarfilm ein Thema geben: die Gespräche zwischen mir als Musikliebhaber und den Gothics mit ihrer Musik und ihrem Status als Minderheit.

Das klingt nach viel Arbeit. Hattest du irgendwelche Personen, die dich unterstützten?

Ja, mein Sohn Zowik, das Team von Cleopatra Records, Mira Sommer für die Forschung und Hilfe in Deutschland und Adriaan Bison für einige Koproduktionen.

Hast du die Zeit mit all den Gesprächspartnern, Bandmitgliedern und Interpreten genossen? Oder gab es hin und wieder mit einigen ein paar Diskrepanzen?

Die ersten Kontakte aufzubauen, das hat die meiste Zeit beansprucht. Je mehr Menschen von dir wissen, desto besser. Manche wollten erst nur durch ihre Agenten mit mir kommunizieren. Da waren die deutschen Bands in der Tat die freundlichsten.

Der Film hatte seine Premiere in Leipzig in der Kinobar Prager Frühling zum Wave-Gotik-Treffen. Es gibt viele Szenen im Film, die sehr schnell wechseln. Dies kann manch einen Zuschauer verwirren. Was steckt dahinter?


Teilweise war es beabsichtigt. Teilweise war es aber auch so, dass der Film unter Druck fertig werden musste und daher durchaus ein wenig Feinschliff gebrauchen könnte.

Auf der anderen Seite ist es aber auch das, was den Film sehr dynamisch wirken lässt.

Gibt es vielleicht auch Orte oder Partys, die es dann nicht in den Film schafften?

Ja, auf jeden Fall. Da ich in Russland geboren bin, würde ich auch gern gern die Szene hier mehr berücksichtigen. Gerade in diesem Moment bin ich in Sankt Petersburg, in "meiner Stadt". Zwischen den Aufnahmen für ein anderes Projekt drehe ich auch Gothic-Szenen. Ich werde sehen, wie ich sie für eine neue Version oder neues Projekt zum Thema Gothics verwenden kann. Der Fokus wird jetzt mehr auf Vampirismus und Piercings verlagert. Einige interessante Piercing-Kontakte in Deutschland habe ich bereits.

Die Mission war: die Suche nach einer Antwort auf die Frage, was "Gothic" ausmacht. Hast du bereits die für dich perfekte gefunden?

In der Tat ist mir aufgefallen, dass es eine große Vielfalt in der Gothic-Kultur und -Musik gibt. Eine gemeinsame Sache könnte sein, dass der Konsum eher ein Nebenthema ist und der Musik als solcher mehr Bedeutung zukommt, als das in anderen Szenen zu sein scheint.

Dann sind wir gespannt auf die nächsten Filme zu diesen Thema. Viel Erfolg beim aktuellen Projekt und vielen Dank für das Interview!


Rezension zum Film "Goths On The Move" auf: www.rezianer.de