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22. Wave-Gotik-Treffen - Gothic Christ und und elbische Klänge Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Dienstag, den 28. Mai 2013 um 19:17 Uhr
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Gothic Christ und und elbische Klänge

Der Pfingstsonntag ist wie bei jedem WGT etwas religiöser geprägt. Seit 2004 laden junge Christen Leipzigs und Umgebung die Besucher des WGTs zum Innehalten und Nachdenken bei einem Szenegottesdienst in die Peterskirche ein. Ziel der Veranstaltung ist es, Zeichen gegen altbekannte Klischees und Vorurteile zu setzen, denn 'die Schwarzen' sind weder mit Satanisten gleichzusetzen, noch schließen sich christlicher Glaube und schwarze Kultur automatisch aus. Es werden zwei Gottesdiensttermine angeboten. Konzerte am Abend runden das Angebot ab. Lambda, das sind Mareike Greb und Carsten Hundt, untermalen mit Kontrabass, Elektronik und Gesang die Atmosphäre in der Peterskirche zwischen den Gottesdiensten. Rezianer spricht mit Franz Steinert, der seit 2007 die Veranstaltungen in der Peterskirche leitet.

Franz, was ist für euch der Anspruch von Gothic Christ?

"Wir möchten Brücken bauen für die Gäste aus der Szene und freuen uns, wenn sich Besucher der Botschaft der Gottesdienste aussetzen, sich im Anschluss Gespräche entwickeln, Erfahrungen und Perspektiven ausgetauscht werden. Nebenbei ist Gothic Christ zu einer Art 'Heimattreffen' für christliche Gothics geworden, die sich bei Gothic Christ einmal im Jahr zu Hause fühlen können, ohne sich für irgendetwas erklären zu müssen."

WGT2013 WGT2013 Lambda (c) Wolfgang Hesse Gibt es für dich ein Problem zwischen Christsein und der Gothic-Szene?

"Wir freuen uns natürlich, wenn Klischees abgebaut werden, sowohl gegenüber Christen als auch gegenüber Gothics. Und wir erleben jedes Jahr aufs Neue, dass es gerade unter den Gothics Offenheit, Fragen und Sensibilität für spirituelle Themen gibt. Die zentrale Frage, die Gott (so wie ich die Bibel verstehe) interessiert, ist, ob ich meine Identität aus der Beziehung zu ihm beziehe oder nicht – Institutionen, Subkulturen usw. können dabei helfen oder auch behindern. Am Ende geht es jedoch immer um das Herz des einzelnen Menschen und um seine Beziehungen: zu sich selbst, zu anderen Menschen und zu Gott. Da kann ihm eine kirchliche Institution genauso im Weg stehen wie eine bestimmte Erfahrung, die er in der Gothic-Szene gemacht hat - oder eben auch die Türen öffnen!"

Franz Steinert freut sich über einen freundlichen und wertschätzenden Kontakt mit den Veranstaltern des WGT, denn Hinweise auf die Veranstaltungen von Gothic Christ und die ausführliche Beschreibung im Programmheft des Festivals sind für ihn nicht selbstverständlich.

WGT2013 Franz Steinert (c) Wolfgang HesseMit dem Gottesdienst und den Predigten geht der Freundeskreis Wege, die auf anschauliche Weise die Begegnung mit Gottes Wort vermitteln möchten. Musik, Spielszenen und Lesungen spinnen dabei einen roten Faden zu Themen, wie Freiheit, Gnade oder in diesem Jahr "Rabe und Kreuz".

Wie ist der Zuspruch der WGT-Besucher und wie wird euer Gesprächsangebot angenommen?

"Wir sind immer wieder erstaunt, wie viele WGT-Besucher den Weg zu uns finden. Insgesamt sind es ca. 700 Gäste am gesamten Veranstaltungstag. Die Leute bewerten das, was wir machen, überwiegend positiv, jedoch durchaus unterschiedlich - was bei den verschiedenen Erwartungen auch kein Wunder ist. Wir erhalten viel Feedback von unseren Gästen und kommen über Gott und die Welt ins Gespräch. Manchmal beten wir zusammen oder segnen Leute."

Musik gehört als wichtige Komponente zu euren Angeboten. Mit wem arbeitet ihr bei den Vorbereitungen zusammen?

"Die zwei Musiker von Ebenbild, Maria und Silas Hofmüller, sind länger als ich bei Gothic Christ dabei. Anfangs mit dem Projekt Irrsterne (2007-2009) und seit 2010 als Projekt Ebenbild, begleiten beide mit ihren instrumentalen Kompositionen die Veranstaltungen. Lambda, Mareike Greb (Gesang) und Carsten Hundt (Kontrabass), werden wie im letzten Jahr sowohl im Gottesdienst mit einigen Akzenten als auch bei Kontemplation zwischen den Gottesdiensten die Peterskirche zum Klingen und den Streichbass zum Schwingen bringen. Darüber hinaus bereichert Mareike mit ihrer Kreativität und künstlerischen Erfahrung seit zwei Jahren unser Vorbereitungsteam - und zwar enorm!"

WGT2013 Peterskirche Patrik Thiele (c) Wolfgang Hesse

Wie steht die Gemeinde der Peterskirche zu dem WGT-Pfingstgottesdiensten? Bekommt ihr hierbei Unterstützung?

"Der ehemalige Pfarrer der Kirchgemeinde, Johannes Toaspern, und der Kirchenvorstand sind uns in den vergangenen Jahren mit viel Vertrauen begegnet, waren stets interessiert und haben uns trotzdem machen lassen, was ja nicht selbstverständlich ist. Umso dankbarer sind wir für die Möglichkeit, dieses tolle und für den Anlass so passende Gebäude nutzen zu dürfen. Johannes Toaspern hat mal sinngemäß gesagt, dass er selbst so eine Veranstaltung nicht auf die Beine stellen könne und glücklich sei, dass es Leute gibt, die das so (verkörpern) können. Auch nach der Neubesetzung der Pfarrstelle hoffen wir natürlich weiterhin solche Rückendeckung zu bekommen."

Überall in der in der Peterskirche finden sich Kerzen, weiße Lilien, Rosen und Flieder. Dem diesjährigen Thema "Rabe und Kreuz" liegt das Gedicht "Der Rabe" von Edgar Allan Poe zugrunde. Beeindruckend rezitiert Mareike Greb das Gedicht, begleitet vom Streichbass.

Patrik Thiele, Prediger und freischaffender Schriftsteller, spannt einen Bogen von einem Raben am geöffneten Fenster, von einem unausweichlichen "Nimmermehr" bis hin zu anglimmender Hoffnung, zu kreativ motivierter Melancholie, in der es kein ewiges "Nimmermehr" gibt. Seite von Gothic Christ