23. WGT - das wohl heißeste Wave-Gotik-Treffen aller Zeiten - Seite 4 Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Montag, den 23. Juni 2014 um 09:53 Uhr
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23. WGT - das wohl heißeste Wave-Gotik-Treffen aller Zeiten
Faszination mit Wagner Reloaded
Forensik mit Mark Benecke | Musik im Schauspielhaus
Heiß umkämpfte Parkbühne: Fetisch Mensch, Ost+Front, Schneewittchen u.v.m
Südfriedhof und in der Peterskirche: Literatur und Musik zum Nachdenken
WGT in der Sixtina mit Molllust, Mundtot, Tiefenstadt, Winterspring
Grassimuseum: Musik und Geschichte im Renaissancesaal
Sonne Hagal: Neofolk im Landratsamt
Rock'n Sad im Kohlrabizirkus: Lacrimas Profundere
Umbra und Tarja an einem Abend auf der AGRA
Folklore und Neue Deutsche Härte: Folk Noir im Heidnischen Dorf und Oomph! auf der AGRA beenden das Festival
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PR-FotoSonja Kraushofer beim Meet und Greet

Sonja Kraushofer lädt am letzten Festivaltag in der Boutique Queen of Darkness in Leipzigs City zu einem Meet and Greet. Initiiert von den Inhabern des Gothic-Stores, bekommen die Fans von L'ame Immortelle, Persephone oder Coma Divine die Gelegenheit zu Fotos und Gesprächen mit der Künstlerin, und das eine oder andere Outfit, das der Store so anbietet, kann auch noch  ausprobiert werden.

Drei Konzerte wird es in diesem Jahr mit L'ame Immortelle geben. Auch Dresden ist eine der Stationen. Es soll eine Art Best-of-Show werden, doch keine Abschiedstour. Denn ein neues Album von L'ame Immortelle wird im Spätherbst erscheinen. Danach werden sich evtl. längere Tourneen anschließen, ist von der Österreicherin zu erfahren

Im Sommer ist Sonja Kraushofer mit Persephone auf dem Amphi-Festival in Köln zu erleben. Doch auch die Zusammenarbeit mit Oswald Henke soll neue Impulse bekommen. "Nach der "Best of“ im letzten Jahr wird es neue Show mit Oswald geben", verrät Sonja Kraushofer. "Neue Ideen, gemeinsam mit Oswald, werden wir einfließen lassen."

Oswald Henkes Auftritt mit Fetisch Mensch will sich die Sängerin keinesfalls entgehen lassen. "Fetisch Mensch habe ich bisher auch noch nicht live gesehen." Das soll sich zu diesem WGT ändern.

Musikalische Abwechslung auf der Parkbühne

Die Parkbühne erfreut sich gerade an den heißen Pfingsttagen eines wachsenden Zuspruchs, ist sie doch mitten im Clara-Zetkin-Park gelegen und auch auf den Wiesen unter den schattenspendenden Bäumen kann das Musikprogramm verfolgt werden. Selbst wer etwas zu spät zur Show kommt, bis in die letzte Reihe ist dank der  terrassenartigen Anordnung ein angenehmer Blick zur Bühne drin. Rockmusik in all seinen Varianten beherrscht seit jeher die Musik, die während des WGT in der Parkbühne präsentiert wird.

(c) Wolfgang Hesse

Schneewittchen

Schneewittchen heißt der Auftakt-Akt am Samstag. Die teilweise barbusig auftretende Marianne Iser und Thomas Duda haben eine wahre Magnetwirkung. So versammeln sich bei glühender Nachmittagshitze Hunderte vor der Bühne. Im knallroten Reifrockkleid erobert die Sängerin die Herzen der Zuhörer im Fluge.

Ihre deutschsprachigen Lieder sind eindeutig, ohne Tabus und mitunter mehr als direkt.
Vom wilden Schrei bis zu gefühlvollen Tönen reicht die emotionale Interpretation ihrer Lieder. Im Mittelpunkt stehen die Songs vom aktuellen Album "Keine Sekunde Schweigen".

--> Bilder Schneewittchen <---

(c) Wolfgang HesseOst+Front - die Heavy-Rocker wissen zu provozieren

An gleicher Stelle sind am WGT-Sonntag Ost+Front  zu erleben. Die blutverschmierten Gesichter der Heavy-Rocker erscheinen gewöhnungsbedürftig. Dennoch kommt der Klang Neuer Deutscher Härte bei den Anwesenden an.

Fast alles wird gespielt, was die Fans kennen oder was auf CD erschienen ist. An die zwei Stunden harren die Zuhörer in brütender Nachmittagshitze aus. Als zum Schluss die Strophen der DDR-Nationalhymne erklingen, schauen sich die Passanten im Park gegenseitig verdutzt an. Ost+Front möchten wohl nicht nur mit ihrem Aussehen provozieren.

--> Bilder Ost+Front <--

Fetisch Mensch - Oswald Henke

Fetisch Mensch stimmen den letzten WGT-Tag an. Das Projekt von Mastermind Oswald Henke (Goethes Erben, Henke) ist neben Henke eines seiner aktuellen. Dynamisch, wie immer, stürmt Oswald Henke auf die Bühne. Rockig und mitreißend sind seine Stücke, die er für dieses Programm ausgesucht hat. "Ich fang Dich Auf" fungiert dabei als Intro. Die Musik von Fetisch Mensch ist härter als Goethes Erben, rockiger und ein wenig vergleichbar mit Henke.

(c) Wolfgang HesseDie Band stellte unter anderem die Titel ihrer neuen EP "Wanderlieder" vor, die allerdings noch nicht erhältlich ist. Ein neues Lied heißt "Schwarzer Schnee". Den Text dazu gibt es in seinem Lyrikband. Es ist eine treibende Rocknummer und beschreibt eine Welt ohne Zukunft, in der die Anarchie herrscht. Letztendlich soll es aber wieder weißer Schnee werden, wünscht sich der Dichter. Ein älterer Song, "Narbengarten", beschreibt das Leben der Narbenkinder: "Lass die Narben Narben sein und beginn mit mir zu leben. Überleben ist uns einfach zu wenig", heißt es da im Text. "Lilablau", eine Casper-Coverversion vom legendären XOXO-Album in einer völlig neuen Version wird ebenso gespielt wie das allseits bekannte "Kinderherzen", ein Fetisch-Mensch-Klassiker. "Kühlt euch ab", ruft Oswald Henke der schwitzenden Menge zu. "Ich will nicht, dass mein Publikum ausstirbt".

-->Bilder Fetisch Mensch Oswald Henke <--

(c) Wolfgang HesseMantus: "Ich finde, das wurde auch Zeit!"

"Nach 20 Jahren Bühnenerfahrung und gefühlten 15 Studioalben stehen wir nun endlich auf dem WGT. Und ich finde, das wurde auch Zeit!", begrüßt Mantus-Frontmann Martin Schindler die zahlreichen Besucher an diesen immer noch heißen Montagabendstunden. Das erste Mal spielen Mantus auf dem WGT. In der aktuellen Besetzung werden Martin Schindler und Chiara von Sebastian an der Elektronik und Casey an der Gitarre begleitet. Das gespielte Repertoire reicht von den Anfängen bis zum letzten Studioalbum "Wölfe". Chiara, die neue Stimme von Mantus, meistert die älteren Songs ebenso souverän wie ihre eigenen Aufnahmen auf "Wölfe". Zustimmung herrscht auf der Parkbühne. Die Sängerin hat sich bewährt.

--> Bilder Mantus <--


Jeder Song von Mantus scheint irgendwie vertraut, gehört doch die Band zu den musikalischen Begründern der Gothic-Musik. In Musik und Texten werden die eigentlichen Urgedanken der Szene widergespiegelt: Tod, Stillstand, Liebe, Verlust. Selbst in wirklichkeitsfremden, pessimistischen und ums eigene Leiden drehenden Gedanken kann Hoffnung sein. Einfach die Situation aushalten und schließlich wieder aus dem Dunkel herausfinden – Hoffnung ist für alle da. Dies scheinen die Anwesenden in der Parkbühne zu wissen, wenn sie Songs wie "Untergang", "Tränenpalast", "Königreich Der Angst" oder "Gemeinsam In Den Tod" mitanstimmen. Ganz besonders "Kleiner Engel Flügellos" scheint sich in den Köpfen der meisten festgesetzt zu haben. Als die ersten Takte erklingen, ist der von Mantus erwartete Wiedererkennungseffekt perfekt. Trotz tropischer Hitze harren die Fans aus. Dafür bedankt sich die Band später auf ihrer Webpräsenz noch einmal ausführlich.

c) Wolfgang HesseIlluminate als WGT-Headliner für die Parkbühne

Illuminate beenden das WGT-Line-Up auf der Parkbühne. Fast alle bekannten Lieder spielen die Fünf in einem fast zweistündigen Set. Björn Langenfeld (Gitarre), Sylvia Berthold (Gesang/Keyboard), Johannes Klees (Keyboards) und Mareike Makosch (Gesang) unterstützen den Frontmann Johannes Berthold. Es erklingen Songs vom aktuellen Album "Zwischenwelten". Darunter ist auch das letzte Lied des Albums: "Verloren", während das CD-Cover an die Bühnenrückseite projeziert wird.

--> Bilder Illuminate <--